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Ortsname
Bereits 1230 wurde das Dorf urkundlich im Privilegienverzeichnis des Moritzklosters in Halle [*] genannt, allerdings als Cessonovo. Bis 1805 hat der Ortsname neun Schreibweisen angenommen.
Nach "Cetzenow" sind "Tscheczczenow", "Czetzenow" und "Zetzenow" die markantesten Formen - bis 1576 "Tzschetzschnow" auftauchte, das trotz weiterer Varianten 1805 wieder aufgenommen wurde.

Mögliche Bedeutungen
Cessonovo kann "Ort, wo es Knoblauch gibt" heißen, wenn das altpolabische Wort "cesn" (russ.: tschesnok) als Grundlage angesehen wird. Tzschetzschnow könnte auch vom slawischen Wort Tzschetz = Fischkasten, hergeleitet sein. Und unter den Einwohnern hält sich hartnäckig das Gerücht, dass das slawische Tzschetzschnow übersetzt "Quelldorf" heißt. Obwohl es dafür keine sprachwissenschaftlichen Belege gibt, scheint dies angesicht des hier schon immer reichlich vorhandenen Oberflächenwassers, welches für zahlreiche Mühlen genutzt wurde, eine nicht von der Hand zu weisende Möglichkeit.

Die Umbenennung** in Güldendorf erfolgte erst am 29.10.1937 in Anlehnung an ein angeblich schon im 18. Jahrhundert genanntes Güldendorf***. Der Weiheakt über den neuen Namen fand am 05. Dezember 1937 statt.
Ob es bei der Umbenennung eine Beziehung zu dem wolgadeutschen Güldendorf (westlich von Odessa) gab, ist nicht bekannt.

Über eine Diskussion, ob nach dem Krieg die Umbenennung wieder rückgängig gemacht werden soll, ist älteren Bürgen nichts bekannt. Gewiss hatte man damals ganz andere Sorgen!

 * erwähnt ist dort die Schenkung des Dorfes Cessonovo durch den Magdeburger Erzbischof an das Augustinerkloster St. Moritz in Halle.
 ** Im Nationalsozialismus gab es eine umfangreiche Arisierungswelle von Ortsnamen, vor allem in Ostpreußen.
 *** Eine diese These belegende Urkunde aus dem Bestand der Familie Greiser ist in der damaligen Zeitung abgedruckt worden, im Original leider nicht mehr erhalten.