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Seeterrasse Januar 2004
Die „Seeterrasse“ wurde 1525 das erste Mal urkundlich erwähnt. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte das Gasthaus öfter die Eigentümer und war seinerzeit auch unter den Namen „Unterkrug“ und „Haus am See“ bekannt. Seit 1911 ist die Geschichte des Hauses genauer überliefert:

Ein erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts umgebautes Gebäude wurde 1911 durch den neuen Eigentümer Krämer abgerissen. Ein sehr moderner Entwurf eines “Konzert -und Saalhauses” des Berliner Architekten Paul Renner entstand. Die Entwürfe von einem Hauptgebäude, einem großen Saal und einem neu zu gestaltenden Garten wurde 1911 von den Güldendorfer Baubetrieben in das ansehnliche Gebäude umgesetzt, welches bis heute das Restaurant Seeterrasse beherbergt.

Nach dem ersten Weltkrieg erwarb 1919 der Fleischermeister Alfred Haake aus Tzschetzschnow die Gastwirtschaft. Nach Bewältigung der schweren Zeit der Weltwirtschaftskrise gewann die Seeterrasse seine gesellschaftlichen Bedeutung nicht nur für das Dorf, sondern auch für Frankfurt (Oder). Vereinen und Parteien führten hier ihre Feste, Versammlungen, Konzerte und Bälle durch. Auch die Festveranstaltung zur Umbenennung der Gemeinde Tzschetzschnow in Güldendorf am 03.12.1937 fand hier statt.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die als Notlazarett genutzte Seeterrasse durch drei Monate andauernde Kämpfe um den südlichen Brückenkopf Eichwald schwer beschädigt. 1948, nach seiner Rückkehr aus russischer Kriegsgefangenschaft, baute sie Alfred Haake wieder auf. Seine Schwester, flüchtig aus Stettin, Frau Else Löffler führte die Gastwirtschaft weiter. Später musste er sie an die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) verkaufen. Anlässlich der 750-Jahrfeier von Güldendorf im Jahr 1980 wurde die neu renovierte Gaststätte als LPG-Kulturhaus unter dem dem LPG-Vorsitzender Günter Lehmann wieder eröffnet. Geführt wurde sie erst durch Herrn Klaus, später durch das Ehepaar Holger und Renate Päch.

Nach der Wiedervereinigung 1990 übernahm die Treuhandgesellschaft die Gaststätte und verpachtete sie erst an den alten Pächter, dann an Waldemar Jobs. Dieser musste jedoch 1993 Konkurs anmelden. Seit 1994 ist die Seeterrasse wieder im Besitz der Familie Haake, die sie von der Treuhand kaufte. Nach umfangreichen Rekonstruktionsarbeiten - zu der die Schaffung von 3 Wohnungen in der Seeterrasse sowie 3 Appartements in einem Nebengebäude gehörten - wurde die Seeterrasse am wiedereröffnet.

Seitdem ist sie wieder der gesellschaftliche Mittelpunkt in Güldendorf, wie sie es seit Jahrhunderten war.


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