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| Die evangelische Kirche zu Güldendorf |
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Kriegseinwirkungen Die Güldendorfer Kirche erhebt sich im denkmalgeschützten Dorfanger inmitten des ehemaligen Kirchhofes, welcher an der Westseite von einer Feldsteinmauer begrenzt wird. An der Nordseite der Kirche erinnert ein Denkmal an die Gefallenen der Kriege von 1864, 1866 und 1870/71. Ein zweites, nur noch in Bruchstücken vorhandenes Denkmal gedenkt der Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Die Kirche hat den 2. Weltkrieg weitgehend unbeschadet überstanden. Jedoch brannte sie im Juni 1945 nach einem Blitzschlag aus. Alles Inventar, das Dach, der Turmhelm, auch eine im Orgelgehäuse aufbewahrte darstellende hölzerne spätgotische Figurengruppe (Anna Selbdritt*) mit Spuren ehemaliger reicher Bemalung ging dabei zugrunde.
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Innen 1951/52 erhielt das Kirchenschiff ein neues Dach. Die gotischen Fenster wurden renoviert, Anbauten an der Nord- und Ostseite beseitigt. Der einst viel höhere Turm erhielt ein einfacheres Satteldach.
Das Foto zeigt die jetzige Altaransicht. Nachdem das ursprüngliche Inventar durch den Blitzschlag verloren gegangen war, ist die Kirche in den 90ziger Jahren mit einem Altar, Lesepult und mit Stühlen aus ehemaligen Kirchen aus der Lausitz, die dort dem Braunkohlentagebau weichen mussten, ausgestattet. Die Einweihung mit der neuen Ausstattung erfolgte 1991. Das Mosaikgemälde links vom Altar stammt aus dem Jahre 1932. Es wurde nur gering (am unteren Teil) durch den Blitzschlag 1945 beschädigt. |
Der erstmals 1716 eingeweihte Altar stammt aus der 1990 abgerissenen Kirche in Wolkenstein (Kirchenkreis Spremberg). Der barocke Kanzelaltar ist eine protestantische Sonderform des 18. Jahrhundert. Die beiden Schlangensäulen mit ihren korinthischen Kapitellen tragen einen gesprengten Dreiecksgiebel, in dem ein aus Akanthusblättern gebildeter Baldachin eingefügt ist. Seine Spitze bekrönt eine von Strahlenbündeln umgebene Sonne, deren Oval ein Dreieck als Trinitätssymbol und die hebräischen Buchstaben JHWH [**] aufnimmt. Die beiden Figuren auf dem Giebeldach verweisen mit Brot und Wein auf das Abendmahl - als Fortsetzung der auf die Säulen umwindenden Ähren und Weintrauben. Der Kanzelkorb wird vom Evangelisten Lukas (links) und von Petrus (rechts) flankiert.
Vom Lesepult war nur noch eine Platte vorhanden. Die fehlenden wurden nachgearbeitet und eingepasst.
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Taufbecken Ebenfalls aus der Kirche in Wolkenberg erhielt Güldendorf das voraussichlich aus dem 18. Jahrhundert stammende barocke Taufbecken. Die Bänke kommen aus der abgerissenen Kirche Bergheide (Kirchenkreis Finsterwalde). Sie waren sechs Meter lang und wurden auf unsere benötigte Länge gekürzt. Die dadurch benötigten Seitenblenden wurden angefertigt.
Unsere Orgel ist eine Kopie der kleinen Silbermannorgel im Dom zu Bremen. Das dortige Original wurde 1734 fertig gestellt. Die Orgelbauerwerkstatt Wegscheider aus Dresden baute zwei Kopien, eine befindet sich im Museum in Frauenstein in Sachsen, dem Geburtsort Silbermanns. Silbermann arbeitete seine Orgeln nur aus Fichtenholz und bemalte sie anschließend. Unsere Kopie wurde aus Eiche hergestellt und erwies sich durch die Schnitzereien als eine besonders schwierige Arbeit. Die Orgel hat 8 Register und 350 Pfeifen und wurde zu Ostern 1995 in unserer Kirche eingeweiht. Sie wird im Gottesdienst bespielt. Im Sommerhalbjahr finden in unserer Kirche Orgelkonzerte im Rahmen der zur Tradition gewordenen "Silbermann-Orgeltreffen" statt. |
Erläuterungen
*Anna Selbdritt = Darstellung der heiligen Anna mit der Tochter Maria und dem Jesuskind.
** Die Bedeutung der Abkürzung JHWH ist umstritten; vermutlich bedeutete es ursprünglich „Er ist", „Zu sein“, "der gegenwärtig Handelnde", "der Kommende" oder „Er erweist sich". Die jüdischen Gläubigen betrachteten das Wort (JHWH) als heilig, und es war verboten, ihn falsch oder unnütz auszusprechen (siehe 2. Gebot). Sie ersetzten ihn daher durch „Herr", wobei die Vokale des Wortes „Herr" in den Konsonantenrahmen JHWH geschrieben wurden. Die Übersetzer der hebräischen Texte, die den Sinn dieser Schreibweise nicht erkannten, lasen das Wort, wie es geschrieben war. Dabei hielten sie die Vokalmarkierungen fälschlicherweise für Bestandteile des Wortes. Aufgrund dieses Missverständnisses kam es zu dem Namen Jehova (J-e-H-o-V-a-H) bzw. weiteren Gottesnamen...
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