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Überreichen der Teufelsgeige
Brunhild Greiser überreicht Uwe Schmidt die Teufelsgeige
[11.11.2005] Heimatverein verschenkt Teufelsgeige

Zum 20-jährigen Geburtstag des Güldendorfer Karnevalclubs fertigte der Heimatverein einen Nachbau einer Teufelsgeige an und schenkte diese dem Güldendorfer Karnevalsclub. Eine früher Hans Brandt gehörende historische Teufelsgeige, die dabei als Vorlage genutzt wurde, befand sich in den letzten Jahren in Besitz von Cornelia Kiesow (Gaststätte Tzschetzschnower Schweiz). Anlässlich der 775-Jahrfeier überließ sie dem Heimatverein die Geige.

Die Idee, die in die Jahre gekommene Teufelsgeige nachzubauen, stammte von Arne Bischoff. Andere Mitglieder des Heimatvereines unterstützten das Vorhaben. Schließlich ist dieses zum Zampern oder bei Polternabende genutzte volkstümliche Instrument ausgezeichnet dafür geeignet, alte Traditionen wieder aufleben zu lassen und fortzuführen. Die Förderung des Dorflebens und der Erhalt von Traditionen ist einer der wesentlichen Vereinsziele des Heimatvereines.
Zampern früher mit Teufelsgeige
So wurde früher in Güldendorf gezampert! (Original-Foto ca. 1950, Besitz: Iris Peries)
Die historische Teufelsgeige wurde wahrscheinlich nach dem Zweiten Weltkrieg aus der Not heraus und in Ermangelung anderer Musikinstrumente gebaut. Auf einem alten Foto, das Aufnahmedatum ist leider unbekannt, ist die Teufelsgeige zu sehen. (Wer mehr zu diesem Foto weiß, bitte melden!) Über die Jahre und durch intensiven Gebrauch etwas mitgenommen wurde sie in der Ausstellung "775 Jahre Güldendorf" gezeigt, erweckte bei den ebenfalls in die Jahre gekommenen Güldendorfern reges Interesse und so manchen Stoßseufzer an die guten, alten Jahre.
Der obere Teil mit Kasperkopf
Kasperkopf
Was aber ist eine Teufelsgeige?

Was aber ist eigentlich eine Teufelsgeige?

Die Teufelsgeige ist eigentlich nicht im Brandenburgischen zu Hause, sondern stammt ursprünglich aus dem österreich-ungarischen Raum. Ob man sie als Instrument bezeichnen kann, muss jeder selbst entscheiden. Fakt ist, sie macht richtig Krach und viel Spaß! Sie ist ein Stimmungsmacher und Schmuckstück! Aber lassen wir die Enzyklopädie Wikipedia sprechen:

"Die Teufelsgeige, auch Deiwelsgeije oder Bumbass genannt, ist ein Rhythmusinstrument, welches in der Volksmusik (z. B. als Fastnachtsinstrument) Verwendung findet. Ein Holzstab, der die Körpergröße des Spielers nicht überschreiten sollte, trägt diverse Schlaginstrumente (z. B. Becken, Schellenring ) und ist meist mit ein bis drei Saiten bespannt. Oft wird die Teufelsgeige durch einen Teufelskopf an der Spitze des Stabes geschmückt.
Die neue Güldendorfer Teufelsgeige
Teufelsgeige
Der Bau der Teufelsgeige

Zwar gibt es einige Anleitungen zum Bau der Teufelsgeige, aber wir wollten uns an unserem historischen Vorbild orientieren. Dieses hatte zwar keine Saiten mehr, eine ausgesägte Aussparung am Tamburin sowie in das Holz geschlagene Holzkrampen zeigten uns aber, dass früher sehr wohl gespannte Saiten zum Einsatz kamen. Daher war unsere Einkaufsliste folgende: 1 Tamburin mit Schellen, 2 Saiten, Befestigungsmaterial, Handbecken, Schlegel und diverse Schellen. Den Holzstab, das Querholz sowie den alten geschnitzten Kasper-Kopf fertigte ein befreundeter Tischler aus Ośno Lubuskie (Drossen) an, bei dem wir uns hiermit herzlich bedanken!

Den Zusammenbau übernahmen Gerlinde und Dieter Köppen. Das Tamburin wurde mit stabilen Winkeln am Holzstab befestigt, die Saiten gespannt, die Schellen angeschraubt, der Kasperkopf bemalt und samt der Handbecken oben auf geschraubt. Kleine Federn zwischen den Handbecken und den Finger-Zimbeln verhindern dass die Instrumente starr auf einanderliegen. Der Schlägel wurde etwas verlängert, unterhalb der Kugel mit einer Feile angeritzt (dient dem Zupfen der Saiten), bemalt und in eine Lederhalterung gesteckt. Zwei kleine selbst genähten Fahnen in den Vereinsfarben des Karnevalclubs wurden am Querholz befestigt.

Fertig!

Die Teufelsgeige kann nun gespielt werden! Das passiert durch Aufstampfen, wodurch die Rasseln und die Handbecken ordentlich laute Klänge geben. Gleichzeitig kann mit dem Schlegel auf das Tamburin geschlagen werden und mit den Kerben des Schlegels die Saiten gezupft werden. Wir wünschen dem Güldendorfer Karnevalclub zu seinem Geburtstag allzeit gute Stimmung und viel Spaß mit diesem Instrument!