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Verstaltungskalender 2017
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Neuer Güldendorf-Kalender 2018

 

Der Heimatverein Tzschetzschnow – Güldendorf e.V. hat zum 7. Mal in Folge einen Foto-Kalender von Güldendorf herausgebracht. Für den Güldendorf-Kalender 2018 wurden Fotos von einigen Hobbyfotografen ausgewählt. Der Kalender im Querformat der Größe A4 kostet 6,50 € und in der Größe A3 kostet 7,50 €. Die Kalender sind natürlich in Folie eingeschweißt. Die ersten Exemplare können zum Erntefest am Stand des Heimatvereins gekauft werden und später auch beim Lichterfest.

 

Ab dem 26.08.2017 kann er bei folgenden Vereinsmitgliedern erworben werden:

 

  • Reinhard Liebholz, Hinter den Höfen 30, Tel.  532751
  • Rüdiger Draßdo, Heißer Kohlhofweg 18, Tel.  544881
  • Gerhard Tietz, Seestraße 26, Tel.  526165
  • Werbeargentur
    Annett Walter, Seestraße 18, Tel.: 6802835

Die Einnahmen kommen dem Ortsteil Güldendorf zu Gute. Wenn Sie den Kalender kennenlernen wollen, klicken Sie bitte hier:

 

Aushang für den Kalender 2018
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Elfriede Thum - in Vergessenheit geratene Malerin

am 13.4.2012 angebrachter Wegweiser und Sage
am 13.4.2012 angebrachter Wegweiser und Sage

Am Ende des ersten Jahrzehnts des 20. Jahrhunderts besuchte eine junge Frau Frankfurt an der Oder, wanderte zur Buschmühle und in die Tzschetzschnower Schweiz und war von der Oderlandschaft so beeindruckt, dass sie beschloss sich hier niederzulassen.

1910 bot sich die Möglichkeit ein Grundstück in den Lossower Bergen vom Gutsbesitzer Rittmeister Simon zu kaufen.

Im August 1910 stellte sie beim Landrat des Kreises Lebus den Antrag auf Errichtung eines Hauses für das Grundstück Katzengrund (Tzschetzschnower Schweiz), an einem öffentlichen Feldweg von der Talmühle entlang der Lossower Berge.

Die Genehmigung wurde erteilt, das Haus erbaut und 1911 bezogen.

 

Anfang der 20´er Jahre wurden in einigen Berliner Kunstgalerien und Ausstellungen Bilder eines noch unbekannten Malers ausgestellt, der sich Erich Thum nannte. Erst als das Bild „Selbstakt vor dem Spiegel“ in einer Galerie auftauchte, erfuhr die Öffentlichkeit, dass sich hinter dem Künstlernamen Erich Thum eine Frau verbarg: Lydia Elfriede Lucie Thum, geboren in Berlin am 15. Dezember 1886. 

 

Wer war diese etwas fremdartig wirkende Künstlerin? Eine Frau mit schmalen Gesicht, großen dunklen Augen, schlank, entgegen der damaligen Mode immer im langen Kleid, ein bisschen geheimnisvoll, eigenwillig, zurückhaltend - so blickt uns Lydia Elfriede Luzie Thum in ihrem letzten Selbstporträt entgegen. Über ihre Herkunft wissen wir wenig, sie selbst hat auch in ihrem Freundeskreis nie darüber gesprochen. Sie hatte mehrere Geschwister und verlebte ihre Kindheit in der Dorotheenstraße in Berlin. Dort besuchte sie auch die Schule. 1905/06 studierte sie an der Universität Lausanne in der Schweiz unter anderem französische Literatur, Weltgeschichte, Malerei und Skulptur. In Lausanne studierte auch Rolf Lauckner, der Dichter und Dramatiker sowie  Stiefsohn des großen Hermann Sudermanns. Letzterer hatte 1890 den sehr populären Roman "Der Katzensteg"* geschrieben. Dieser Roman wurde 1915 verfilmt, der Film* wurde zwar anfangs von Kritikern zerrissen, erfreute sich beim Publikum aber großer Beliebtheit. 

 

In den auf das Studium folgenden Jahren vervollkommnete Thum ihre Ausbildung in der Malerei bei Charles Palmié in Dresden. 1909 weilte sie in Nidden, einem Fischerdorf auf der kurischen Nehrung, dort lernte Elfriede Thum den Maler Max Pechstein kennen, für dessen expressionistische Kunst sie sich zwar nicht erwämen konnte, sie aber dennoch Elemente davon in ihre Arbeiten einfließen ließ, so zum Beispiel im 1910 entstandenen Pastell "Kurenkähne am Bootsanleger".

 

Elfriede Thum wurde von ihr nahe stehenden Personen immer nur "Friedel" genannt. Sie heirate am 30.12.1913 den aus dem ostpreußischen Königsberg stammenden Rolf Lauckner. Fortan nutzen beide bis etwa 1943 vor allem die Sommermonate, um in der Thumschen Villa am Rande der Lossower Berge ihre Werke zu schaffen.  Thum streifte vor allem in den Abendstunden durch die Wälder und die Oderwiesen. Sie verarbeitete ihre hier und auch bei den früheren Studienreisen nach München und dem Gardasee in Italien gewonnenen Eindrücke in Landschaftsbildern. „Hier konnten Sie in Ruhe arbeiten, empfingen aber auch gern Gäste.“ So erinnert sich Paul Fechter, ein Freund der Familie, an Besuche in Tzschetzschnow. „Beim Schein einer Petroleumlampe diskutierten wir des Öfteren Probleme der Kunst. Friedel verteidigte selbstbewusst und sehr leidenschaftlich ihre Auffassung, es gäbe nur gute und schlechte Malerei, echte und nicht echte Kunst.“ Sie wollte ihre Kunst nicht alleine dadurch diskreditiert wissen, als dass sofort eine Frau als Malerin der Bilder bekannt war. Durch die Tätigkeit ihres Mannes an Berliner Theatern lernte die Malerin auch einige Bühnenschaffende und Schauspieler kennen. Diese Künstlerpersönlichkeiten faszinierten die Malerin und sie gestaltete Porträts von ihnen. 

 

Das Haus im Katzengrund, am Katzensteig, ist heute vergessen. Nach Beendigung des Krieges1945 existierte es noch, dann wurde es abgetragen. Heute findet man dort noch Reste des Fundaments, zwei Säulen, die Treppe zum Haus und einige verwilderte Zierstachelbeer- und Johannisbeersträucher. Beim Stöbern in den Ruinen sollten Neugierige Obacht auf den Boden unter sich geben: Rechts vom Haus soll noch ein sehr tiefer Kesselbrunnen versteckt sein.

 

Links zum Thema:

 

  • Rolf Lauckner, eine Publikation der Landsmannschaft Ostpreußen, von Gisela Henze
    mit Bildern des Paares, der Villa im Katzengrund. Sehr empfehlenswert!
  • Kindheitsparadies Katzengrund, Erinnerungen von Sabine Fechter, Tochter von Paul Fechter
    siehe Seite 6 der Zeitung  "Das Ostpreußenblatt" vom 21.10.1967
  • Eine Fülle zwingender Bilder, über eine Ausstellung in Berlin, 1988
    siehe Seite 9
  • DER MENSCH IN ENTFESSELTEM ZUSTAND, Artikel zu Mappenwerken mit dem Thema Krieg
    Seite 9 "Preußische Allgemeine Zeitung" (Die hier beschriebene Mappe von E. Thum hieß richtig "Hinter den Heeren")

* Film und Buch können bei Interesse bei A. Bischoff ausgeliehen werden