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Verstaltungskalender 2017
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Neuer Güldendorf-Kalender 2017

 

Der Heimatverein Tzschetzschnow – Güldendorf e.V. hat zum 6. Mal in Folge einen Foto-Kalender von Güldendorf herausgebracht. Für den Güldendorf-Kalender 2017 wurden Fotos von einigen Hobbyfotografen ausgewählt. Der Kalender im Querformat der Größe A3 ist in Folie eingeschweißt. Er kostet 7,50 €. Die ersten Exemplare können zum Erntefestes am Stand des Heimatvereins gekauft werden.

 

Und ab dem 26.08.2016 bei folgenden Vereinsmitgliedern erworben werden:

 

  • Reinhard Liebholz, Hinter den Höfen 30, Tel.  532751
  • Rüdiger Draßdo, Heißer Kohlhofweg 18, Tel.  544881

  • Gerhard Tietz, Seestraße 26, Tel.  526165
  • Werbeargentur
    Annett Walter, Seestraße 18, Tel.: 6802835

Die Einnahmen kommen dem Ortsteil Güldendorf zu Gute. Wenn Sie den Kalender kennenlernen wollen, klicken Sie bitte hier:

 

Aushang für den Kalender 2017
AushangK16_Kalender.pdf
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Der Märkische Naturgarten

Auf dem Foto sind auch Wilhelm Neumann und Carl Karstädt zu sehen
Auf dem Foto sind auch Wilhelm Neumann und Carl Karstädt zu sehen

Im nach dem Ersten Weltkrieg gegründeten "Volksbund Naturschutz" enstand die Idee, in Frankfurt (Oder) einen Naturgarten anzulegen.  Es wurde erreicht, dass die Stadt Frankfurt den Naturschützern das forstwirtschaftlich wenig profitable Gebiet um den Faulen See bei Tzschetzschnow sowie das Gebiet der ehemaligen Kiesgruben des Gutes Tzschetzschnow zur Verfügung stellte. Am 2. Mai 1926 wurde dann der "Märkische Naturgarten" mit einem Baumpflanztag eingeweiht.

Anlage und Pflege des Gartens

Weihe des Märkischen Naturgartens 1926
Weihe des Märkischen Naturgartens 1926

Die Anlage wurde durch den Tzschetzschnower Gärtnereibesitzer Carl Karstädt geplant. Die Pflege erklärte Hauptlehrer Bergen als Aufgabe für seine Schule. Beim Gründungsfest des Gartens waren viele Frankfurter gekommen. Kinder pflanzten Bäume ein, Feuerwehrleute halfen ihnen. Im Herbst des gleichen Jahres pflanzten Frankfurter Jugendverbände nochmals Bäume im Märkischen Naturgarten und übernahmen an den Sonntagen die Aufsicht. Besonders um den Garten verdient gemacht hat sich Herr Karstädt. Unermüdlich legte er neue Wege und Anpflanzungen an, u.a. auch einen Tee-, Arznei- und Gewürzabschnitt.

Maßgebliche Personen bei der Gründung waren:

Carl Karstädt
Carl Karstädt
  • Robert Larisch, der sich als Erster aktiv für den Naturgarten einsetzte
  • Schulrat Detjen, Vorsitzender des Volksbundes Naturschutz
  • Hauplehrer Bergen aus Tzschetzschnow
  • Herr Carl Karstädt, Botaniker und Gärtnereibesitzer, Tzschetzschnow, ab 1932 äußerst fleißiger Verwalter des Naturgartens

Erste Einschnitte

früherer Wegweiser
früherer Wegweiser

Der Naturgarten, der damals den Faulen See einschloss, erfuhr durch den Bau der Reichsstraße 112 einen ersten Einschnitt. Durch die neue Verbindungsstraße Frankfurt - Fürstenberg (jetzt Ortsteil von Eisenhüttenstadt) wurde 1938 der Naturgarten in zwei Teile getrennt. Seitdem wird allgemein mit dem Namen "Märkischer Naturgarten" nur noch der östlich der Bundesstraße 112 liegenden Teil zwischen Fruchtstraße und Kämmereiweg in Verbindung gebracht.

Raubbau und Verwilderung

Das Gebiet wird zum Naturschutzgebiet erklärt
Das Gebiet wird zum Naturschutzgebiet erklärt

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die größten Bäume für den Bau von Panzersperren gefällt. Nach dem Krieg war der Park wildem Holzeinschlag preisgegeben, der Garten wurde letzlich vollkommen der Verwilderung preisgegeben. Zwar wurde das Gebiet am 17.02.1956 auf Initiative des Kulturbundes der DDR zum Landschaftsschutzgebiet erklärt und diente noch bis 1973 der am Rande des Parkes gelegenen Schule der heimatkundlichen Bildung. Spätestens ab 1973 waren die Wege fast unpassierbar geworden, eine notwendige forstwirtschaftliche Pflege unterblieb vollends. 1973 musste die Güldendorfer Schule am Rande des Naturgartens (jetzige Kita) aus dem von der Staatssicherheit beanspruchten Gebäude ausziehen. Bis zur Wende waren hier "Beobachter" der Abt. VIII untergebracht, es war ein konspiratives Objekt namens "Kiefernhain", sehr verkehrsgünstig zur Autobahn gelegen. An einem Aufblühen des Naturgartens hatte die Stasi naturgemäß kein Interesse.

Nach der Wende

1990 erfolgten erste fortwirtschaftliche Maßnahmen. 1992 wurden durch ABM-Kräfte, die im Auftrag der Treuhandgesellschaft tätig waren, die Wege wieder begehbar gemacht, Bänke, Sitzplätze, Treppen, Brücken und Gelände gebaut sowie ein Naturlehrpfad mit Baumschilder, Pflanzenschilder und Infotafeln aufgestellt. Ein Spielplatz mit Rutsche, Schaukel und Wippe wurde aufgebaut und durch die im ehemaligen Schulgebäude (Villa Polzin) neueingerichteten Kita intensiv genutzt. Auch im Jahr 2000 wurden einige Pflegemaßnahmen durchgeführt. Kurze Zeit später erfolgte der Eigentumswechsel, die Stadt Frankfurt (Oder) hatte bei der Treuhand Rückübereignungsansprüche gestellt. Ende 2005/Anfang 2006 ließ der NABU Frankfurt (Oder) von Frau Hofman eine von der Bundesagentur für Arbeit geförderte Studie zum Naturgarten anfertigen.

Derzeitiger Zustand (Stand April 2006)

Der jetzige Eigentümer des Naturgartens, die Stadt Frankfurt (Oder), unternahm ab März 2006 einige pflegerische Anstrengungen. So konnte Ende März festgestellt werden, dass die meisten maroden Geländer an den Treppen und an den Eingängen des Naturgarten erneuert worden waren. 
Ab der zweiten Aprilwoche jedoch mussten Spaziergänger entsetzt folgendes feststellen:

  • die gerade erst erneuerten Geländer wurden abgerissen 
  • die Treppen an den Steilwegen wurden abgerissen
  • die Bänke und Sitze wurden entfernt
  • neben der bereits entfernten völlig defekten Brücke wurden nun auch die völlig intakten Brücken entfernt
  • alle abgerissenen Holzbalken wurden völlig wüst hinterlassen

Aufgrund dieser Feststellungen wurde von Arne Bischoff ein Leserbrief an die Märkische Oderzeitung (siehe Aktuelles) gesendet. Ein Vorort-Termin zwischen ihm, Rudolph Goethe und dem MOZ-Redakteur Jörg Kotterba am 15.04.2006 bestätigte o.g. Punkte. Eine Fotodokumentation des Zustandes erfolgte. Zwar waren die meisten Balken und Geländerteile mittlerweile ordentlich aufgeschichtet. Dennoch erwies es sich als eindeutig, dass die Stadt Frankfurt (Oder) zur Zeit versucht, der 80-jährigen Geschichte des Naturgartens nun endgültig den Todesstoß zu versetzen. Augenscheinlich soll hier der Naturgarten, zum Zwecke der heimatkundlichen Bildung angelegt, zu einem "ordentlichen Wald" zurückentwickelt werden.

Feier anlässlich 80 Jahre Naturgarten

Anlässlich des 80-jährigen Bestehens richtet der Heimatverein am 1. Mai 2006 eine kleine Feier aus. Sie sind hiermit herzlich eingeladen, den Märkischen Naturgarten durch einen kleinen Vortrag mit anschließendem Spaziergang durch den Naturgarten kennen zu lernen. Die Wanderung wird von fachkundigen Mitgliedern des NABU begleitet. Anschließend können Sie sich Kaffee und Kuchen schmecken lassen. Treffpunkt ist 14 Uhr im kleinen Saal der Gaststätte Seeterrasse. Bei dieser Gelegenheit möchte ich es nicht versäumen, den 8 Teilnehmern des am 22. April stattgefundenen Subbotnik herzlich zu danken!

Wanderung über Fauler See / Naturgarten / Güldendorf
Hier können eine Kurzbeschreibung einer Wanderung über Fauler See / Naturgarten / Güldendorf sowie die 80-jährige Historie des Naturgartens herunterladen
wanderung_naturgarten.pdf
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