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Das Kriegsgefangenenlager

1939/40 wurde oberhalb des jetzigen Sportplatzes sowie zwischen dem Fried- hof und der Cottbusser Bahnlinie mit dem Bau von drei Barackenlagern zur Unterbringung der Arbeitskräfte für den Autobahnbau begonnen. Da bei Kriegsbeginn alle am Bau beschäftigten Männer einberufen waren, musste der Weiterbau der Autobahn gestoppt werden. Ab 1940 sind die Baracken für die Unterbringung von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen genutzt worden.

Die Zwangsarbeiter wurden in ihren Heimatstädten oft auf der Straße zusam- mengetrieben und nach Deutschland verschleppt. Es waren junge Männer und Frauen, nicht wenige erst 15 oder 16 Jahre alt. Die Verpflegung der zu schwerer körperlicher Arbeit in der Rüstungsfirma Teutonia und in der Land- wirtschaft gezwungenen Gefangenen war äußerst schlecht. Den in der Land- wirtschaft beschäftigten Ausländern standen laut offizieller Verordnung wöch- entlich 750 g Kartoffeln, 340 g Brot, 57 g Fleisch und 28 g Fette zu.

Die an Unterernährung gestorbenen ca. 350 Zwangsarbeiter sind auf einem eigens dafür gekauften Feldstück hinter dem nahen Friedhof begraben. Scheinbar waren unter den im Krankensammellager untergebrachten „Ar- beitsunfähigen“ auch schwangere Frauen, denn im Friedhofsregister findet sich der Name des 1943 dort begrabenen Georg Tschudowski, 5 Monate alt. Am 20. Oktober 1944 wurden 25 Kinder im Lager gezählt.

Heute befindet sich auf dem hinteren Bereich des Güldendorfer Friedhofs eine Kriegsgräberstätte.


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